Ziel des Projekts
Valide Informationen zu durchschnittlichen Bestandsmieten können zu einer Versachlichung der häufig kontroversen und emotional geführten Debatte um die Entwicklung der Mietpreise in Deutschland beitragen. Verlässliche Daten für die lokalen Mietmärkte liegen auf kleinräumiger Ebene jedoch häufig nicht flächendeckend in ausreichender Qualität vor. Amtliche Daten zur Bestandsmiete werden in Nordrhein-Westfalen bislang nur auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte im Rahmen des Mikrozensus veröffentlicht, da für viele kreisangehörige Gemeinden nur geringe Stichprobenumfänge vorliegen.
Anhand von geokodierten Daten des Mikrozensus hat IT.NRW die Nutzung einer Small Area-Methode erprobt, um seitens der amtlichen Statistik perspektivisch auch regelmäßige Veröffentlichungen von durchschnittlichen Bestandsmieten auf Gemeindeebene anbieten zu können. Die erstmals mit den Daten des Berichtsjahres 2018 durchgeführte Schätzung wurde nun erneut mit den Daten des Mikrozensus 2022 vorgenommen, sodass sich nun auch die zeitliche Veränderung der Mietpreise auf Gemeindeebene beurteilen lässt.
Methodisches Vorgehen
Eine detaillierte Beschreibung des methodischen Vorgehens sowie eine Evaluation der Ergebnisse finden Sie in unserem Methodenbericht.
Ergebnisse
Für beide untersuchten Berichtsjahre können mittels der verwendeten Small Area-Methode qualitativ hochwertige Ergebnisse auf Gemeindeebene geschätzt werden. Die Schätzunsicherheit kann im Vergleich zur ausschließlichen Nutzung der Stichprobeninformationen aus dem Mikrozensus deutlich verringert werden. Ein Vergleich mit den Ergebnissen der Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2022 zeigt zudem, dass die anhand der Small Area-Methode geschätzten Ergebnisse keine systematischen Verzerrungen aufweisen (Veröffentlichung für Juni 2026 geplant). Dieser Befund bestätigt die Eignung der Small Area-Methode.
Auch für Gemeinden, für die überhaupt keine Stichprobeninformationen aus dem Mikrozensus vorliegen, können sogenannte vollsynthetische Schätzer berechnet werden (rot umrandete Gemeinden, Erläuterung siehe Methodenbeschreibung), deren Werte allein auf Basis der Hilfsinformationen modelliert werden.
Im Ergebnis zeigt das Projekt, dass Small Area-Methoden qualitativ hochwertige Ergebnisse liefern und perspektivisch auch in anderen Statistiken genutzt werden könnten, um das kleinräumige Datenangebot in der amtlichen Statistik auszuweiten.
Datengrundlage
• Ergebnisse des Mikrozensus 2018 und 2022 (Wohnmodul)
• Ausgewählte Merkmale (u. a. zur Bevölkerungsstruktur, zu Wahlergebnissen oder zum sozioökonomischen Status) aus der Landesdatenbank
• Ergebnisse der Gebäude- und Wohnungszählung des Zensus 2022
Laufzeit
Seit 2021
Kooperationen
Schätzung für das Berichtsjahr 2018: Statistisches Bundesamt, Universität Trier
Weiterführendes
Detaillierte Informationen zur Methodik der Small Area Estimation finden Sie hier.