Die europäische Strategie für digitale Kompetenz soll bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden: Sie zielt darauf ab, die Bürgerinnen und Bürger mit den erforderlichen Fähigkeiten auszustatten, um an einer digitalen Gesellschaft erfolgreich teilhaben zu können. Ein Teilziel der Strategie beinhaltet, dass wenigstens 80 % der 16- bis 74-Jährigen mindestens grundlegende digitale Fähigkeiten und Kompetenzen aufweisen sollen.
In diesem Artikel erhalten Sie eine Übersicht über den Stand der Digitalisierungskompetenzen in NRW. Zusätzlich sind weitere ausgewählte Ergebnisse der IT-Nutzung in privaten Haushalten dargestellt.
(Zuletzt aktualisiert am 5.6.2026)
Verbreitung grundlegender digitaler Kenntnisse
Höherer Anteil an Personen mit mindestens grundlegenden digitalen Kenntnissen in NRW als Deutschland insgesamt sowie in der EU
Die Betrachtung des Zwischenstands für das Jahr 2025 zeigt, dass der Anteil der Personen, die mindestens grundlegende Digitalkompetenzen aufweisen, in NRW bei 64 % liegt. Auf Bundesebene sowie in der EU insgesamt liegt der Anteil der Personen mit mindestens grundlegenden Digitalkompetenzen dagegen mit 60 % etwas niedriger als in NRW.
Einzelne Kompetenzbereiche im Detail
NRW in Kommunikations- und Kollaborationsfähigkeiten gut aufgestellt
Eine Betrachtung der fünf einzelnen Bereiche der Digitalkompetenzen zeigt, dass NRW in allen Teilbereichen ebenso hohe oder sogar höhere Personenanteile mit mindestens grundlegenden Fähigkeiten aufweist als Deutschland sowie die EU insgesamt. Am höchsten fällt der Personenanteil bei „Kommunikations- und Kollaborationsfähigkeiten“ aus. In diesem Bereich liegt der Anteil der Personen mit mindestens grundlegenden Fähigkeiten sowohl in NRW als auch in Deutschland bei 93 % und damit leicht über dem Wert der EU insgesamt (92 %).
Fähigkeiten zur Erstellung von digitalen Inhalten und Sicherheitskompetenzen vergleichsweise geringer ausgeprägt
In den Bereichen „Fähigkeiten zur Erstellung digitaler Inhalte“ und „Sicherheitskompetenzen“ fallen die Personenanteile mit mindestens grundlegenden Kenntnissen mit 78 % und 77 % in NRW geringer aus als bei den übrigen Bereichen, allerdings liegen sie damit immer noch über den EU-Werten von 71 % beziehungsweise 75 %.
Methodische Erläuterungen
Insgesamt mindestens grundlegende digitale Kenntnisse liegen vor, wenn in jedem der fünf Einzelbereiche (Kenntnisse in Informations- und Datenkompetenz, Kommunikations- und Kollaborationsfähigkeiten, Fähigkeiten zur Erstellung digitaler Inhalte, Sicherheitskompetenzen, Fähigkeiten zur Problemlösung) ein gewisses Mindestmaß an Aktivitäten gemäß der Definition von Eurostat von den Befragten genannt worden sind.
Für die einzelnen Kompetenzbereiche wird von mindestens grundlegenden Kenntnissen ausgegangen, wenn ein gewisses Mindestmaß an Aktivitäten in den folgenden Bereichen genannt worden ist:
• Informations- und Datenkompetenz: Finden von Informationen über Waren und Güter, Suchen von gesundheitsbezogenen Informationen, Lesen von Onlinenachrichten, -zeitungen oder -magazinen, Aktivitäten in Bezug auf Überprüfungen von Informationen aus Onlinequellen.
• Kommunikations- und Kollaborationsfähigkeiten: Senden und Empfangen von E-Mails, Telefon- und Videoanrufe über das Internet tätigen, Nutzung von Sofortnachrichtendiensten, Meinungen z. B. zu politischen Themen auf Websites oder in sozialen Medien äußern oder auch an Abstimmungen teilnehmen.
• Fähigkeiten zur Erstellung digitaler Inhalte: Beispielsweise digitale Inhalte (Texte, Daten, Formeln, Programme, Bilder) erstellen und bearbeiten können, Informationen und Inhalte überarbeiten und verbessern können.
• Sicherheitskompetenzen: Beispielsweise Verwalten von diversen Zugriffen auf persönliche Daten und Geräte, diverse Informationen wie auch die Privatsphäre in digitaler Umgebung schützen können. Beispielsweise Verwalten von diversen Zugriffen auf persönliche Daten und Geräte, diverse Informationen wie auch die Privatsphäre in digitaler Umgebung schützen können.
• Fähigkeiten zur Problemlösung: Beispielsweise Bedürfnisse und Probleme identifizieren sowie konzeptionelle Probleme in digitaler Umgebung lösen können. Laden und Installieren von Programmen, Vornehmen von Programmeinstellungen, Onlineeinkauf und Verkauf, Internetbanking, Arbeitsplatzsuche, Nutzen von Lerninhalten.
Weiterführende methodische Erläuterungen zum Digitalisierungsindikator finden Sie bei Eurostat. Aufgrund von Umstellungen der Erhebungsmethode sind die Ergebnisse für NRW nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar.
Die Ergebnisse basieren auf der europäischen Erhebung über die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten (IKT), die seit 2021 als freiwillige Unterstichprobe in den Mikrozensus integriert ist. Für diese Erhebung werden Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren zum Internetzugang und zur Internetnutzung befragt.
Der Mikrozensus ist eine seit 1957 jährlich bei einem Prozent der Bevölkerung durchgeführte Befragung der amtlichen Statistik. Dank der Selbstauskünfte der Befragten liegen aussagekräftige statistische Daten zu den Arbeits- und Lebensverhältnissen der Bevölkerung vor. Die Ergebnisse des Mikrozensus dienen als Grundlage für politische, wirtschaftliche und soziale Entscheidungen, stehen aber auch der Wissenschaft, der Presse und allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Weitere Informationen zum Mikrozensus.
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